Erich Fromm fügt in The Art of Loving essentielle Zusammenhänge in unnachahmlich deutlicher Form zusammen. Seine Meditationsübung trifft die Faust voll aufs Auge.
'It would be helpfull to practice a few very simple exercises, as, for instance, to sit in a relaxed position (neither slouching, nor rigid), to close one's eyes, and to try to remove all interfering pictures and thoughts, then to try to follow one's breathing; not to think about it, nor force it, but to follow it - and in doing so to sense it; furthermore to try to have sense of "I"; I = myself, as the center of my powers, as the creator of my world. One should, at least, do such a concentration exercise every morning for twenty minutes [...] and every evening before going to bed.'
(S. 104)
Wednesday, 11 May 2011
Monday, 9 May 2011
Becoming Klingon
Das ist mal eine Nasenwurzel!
Nachher war ich sauer, weil ich die Aussicht von meiner Liege nicht fotografiert hatte. So ein Krankenhausflur in seiner absolut zweckmäßigen Kargheit ist sehenswert. Nun gibt es nur meine Nase.
Ich lag eine dreiviertel Stunde im Flur der Ambulanz von St. Hildegardis. Zur Gesellschaft hatte ich eine Frau zur Ausnüchterung. Zwischendurch stand sie mühsam von ihrer Liege auf, um sich in orientalischer Manier auf dem Boden niederzulassen - so als seien die kalten Fliesen ein Diwan. Der Pfleger, ein grundguter Mensch, war nicht amüsiert. Etwas später musste sie pinkeln.
"Kann mir mal einer 'n Klo geben?" rief sie mit nasaler Stimme und ich lachte, trotz der Müdigkeit im Kopf.
In der Ambulanz gab es alle, die zur Ambulanz gehören: Die Pfleger und Pflegerinnen - Helden des Alltags in ihrer Geduld, Fürsorge und Fähigkeit zum Multitasking. Den schönen, braungebrannten Medizinstudenten, der versuchte, seine Lacoste-beschuhten Füße in diesem Gewusel auf den Boden zu kriegen. Den jungen, verunsicherten Arzt - in diesem Fall einen Spanier mit Topf-Frisur - der für meinen Entlassungsbrief fünfundzwanzig Minuten brauchte, mit zwei Fingern getippt. Den Altchirurgen: So müde und so abgebrüht, wie nur ein Arzt sein kann. Vielleicht hat auch er auf dem Boden von Gläsern nach der Wahrheit gesucht. Zuletzt entließ man mich mit einem ungeschickt verpappten Pflaster.
Am nächsten Morgen sah ich in den Spiegel und dachte: Ou Mann! Ich werde Klingone! Das ist nicht so einfach. Klingonisch lernen, eine Uniform finden, den Ehrenkodex verinnerlichen...
Klingonisch ist laut Guiness' Buch der Rekorde die meistgesprochene fiktive Sprache. Es gibt sogar Übersetzungen aus den Werken von Shakespeare und aus der Bibel. Die Uniform habe ich online bestellen können. Da gibt es ja alles. Und der Ehrenkodex? Null problemo! Hauptsache immer schön vorsichtig im Weltraumverkehr und auf Kölner Radwegen!
Nachher war ich sauer, weil ich die Aussicht von meiner Liege nicht fotografiert hatte. So ein Krankenhausflur in seiner absolut zweckmäßigen Kargheit ist sehenswert. Nun gibt es nur meine Nase.
Ich lag eine dreiviertel Stunde im Flur der Ambulanz von St. Hildegardis. Zur Gesellschaft hatte ich eine Frau zur Ausnüchterung. Zwischendurch stand sie mühsam von ihrer Liege auf, um sich in orientalischer Manier auf dem Boden niederzulassen - so als seien die kalten Fliesen ein Diwan. Der Pfleger, ein grundguter Mensch, war nicht amüsiert. Etwas später musste sie pinkeln.
"Kann mir mal einer 'n Klo geben?" rief sie mit nasaler Stimme und ich lachte, trotz der Müdigkeit im Kopf.
In der Ambulanz gab es alle, die zur Ambulanz gehören: Die Pfleger und Pflegerinnen - Helden des Alltags in ihrer Geduld, Fürsorge und Fähigkeit zum Multitasking. Den schönen, braungebrannten Medizinstudenten, der versuchte, seine Lacoste-beschuhten Füße in diesem Gewusel auf den Boden zu kriegen. Den jungen, verunsicherten Arzt - in diesem Fall einen Spanier mit Topf-Frisur - der für meinen Entlassungsbrief fünfundzwanzig Minuten brauchte, mit zwei Fingern getippt. Den Altchirurgen: So müde und so abgebrüht, wie nur ein Arzt sein kann. Vielleicht hat auch er auf dem Boden von Gläsern nach der Wahrheit gesucht. Zuletzt entließ man mich mit einem ungeschickt verpappten Pflaster.
Am nächsten Morgen sah ich in den Spiegel und dachte: Ou Mann! Ich werde Klingone! Das ist nicht so einfach. Klingonisch lernen, eine Uniform finden, den Ehrenkodex verinnerlichen...
Klingonisch ist laut Guiness' Buch der Rekorde die meistgesprochene fiktive Sprache. Es gibt sogar Übersetzungen aus den Werken von Shakespeare und aus der Bibel. Die Uniform habe ich online bestellen können. Da gibt es ja alles. Und der Ehrenkodex? Null problemo! Hauptsache immer schön vorsichtig im Weltraumverkehr und auf Kölner Radwegen!
Saturday, 7 May 2011
When Adds Go Weird
Ich mag es, wenn kreativer Ausdruck das Seltsame unserer Existenz mit einbezieht. Das gilt für Kunst, aber auch für Werbung. Macht den Tag fluffiger.
Wednesday, 4 May 2011
Meet One-Punch-Mickey and his Wersi-Queen
One-Punch-Mickey ist eine Figur aus dem Film Snatch - Schweine und Diamanten. Brad Pitt spielt den schnodderigen Bare-Knuckle Boxer einer irischen Zigeuner-Familie, der sich erst auf die Fresse hauen lässt, um dann die Gegner mit einem einzigen Schlag auf den mit dreckigen Sägespänen bedeckten Boden illegaler Hinterhof-Boxringe zu schicken. Warum dieser neun Meter lange Bauwagen so getauft wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
Das gemütliche Riesending, das ich fast selbst gekauft hätte, steht auf einem Hof in der Eifel, auf dem sich vier Familien ihre Leben teilen. Die alte Wersi-Orgel funktionierte letzte Woche noch: Sie wird draußen stehen, bis sie stirbt. Saulaut, das Teil. Und weil sie schon ein paar Mal nass geworden ist, gibt sie teils sehr bizarre Töne von sich. Drei Jungs vom Hof leisteten mir Gesellschaft beim Krach machen.
Monday, 2 May 2011
Maximum Freedom
Obwohl es tausendmal besser ist, in Gesellschaft zu reisen: Allein unterwegs sein zu können, ist spacewise maximum freedom. Nach zwei Niederrhein-Touren war ich letztes Wochenende in Bonn und in der Eifel. Mit der Zeit kann man immer fester in die Pedale treten. Es lässt sich sehr gut denken, wenn unter dem selbst angetriebenen Rad die Straße rauscht und die Sonne von oben auf dich runter brennt.
Wofür all das? Nach Pfingsten fahre ich mit dem gelben Rad nach Südfrankreich ans Mittelmeer. Man sagt, dort sei der Himmel am blausten.
Sunday, 1 May 2011
Sonntag
Nachdem wir den Brüsseler Platz verlassen hatten, wandten wir uns dem Grüngürtel zu. Wie meist zu dieser Zeit, kurz vor Dämmerung, saßen auf dem Mäuerchen am Stadtgarten noch Randgestalten. Zusammengekauert, den Blick nach unten gesenkt und nur im besseren Falle traurig darüber, dass es auch diese Nacht wieder nichts geworden war mit den Träumen vom großen, glücklichen Fest.
Am Grüngürtel gingen wir rechts Richtung Fernsehturm, in dessen Schatten tagsüber Griller, Fußballer, Frisbeeakrobaten und Slackliner ihren Geschäften nachgehen. Jetzt gab es nur Karnickel, deren dunkle Schatten lautlos vor uns davon hoppelten. Das "T" des Turms hob sich gestochen scharf und leuchtend rosa gegen den dunkelblauen Himmel des anbrechenden Tages ab.
Wir hatten keine Decke dabei, das Gras war nass vom Tau. Ich setzte mich auf meinen Rucksack, du hast deine Jacke genommen - dir wird nicht so schnell kalt wie mir. Wir lehnten uns aneinander, drehten Zigaretten und warteten auf einen frischen Sonntag.
Einen Sonntag, von dem wir beide erst seit kurzem wussten, dass wir ihn nicht allein verbringen würden wie sonst. Denn auch wenn wir uns sonntags unter Menschen befunden hatten; unter Frühstückern, Freunden oder Familienmitgliedern: Ein bißchen allein hatten wir uns immer gefühlt.
Der erste Jogger kam um halb sieben. Er trug sehr kurze Shorts und hatte guten Grund dazu: Seine Beine waren so kräftig, die musste man einfach ausstellen. Das nahmen wir zum Zeichen, dem Tau nachzugeben: Wir waren längst durchgefroren. Als ich etwas später zuhause saß und Schwarzbrot kauend aus dem Fenster sah, dachte ich: Wie schön wäre das gewesen!
Am Grüngürtel gingen wir rechts Richtung Fernsehturm, in dessen Schatten tagsüber Griller, Fußballer, Frisbeeakrobaten und Slackliner ihren Geschäften nachgehen. Jetzt gab es nur Karnickel, deren dunkle Schatten lautlos vor uns davon hoppelten. Das "T" des Turms hob sich gestochen scharf und leuchtend rosa gegen den dunkelblauen Himmel des anbrechenden Tages ab.
Wir hatten keine Decke dabei, das Gras war nass vom Tau. Ich setzte mich auf meinen Rucksack, du hast deine Jacke genommen - dir wird nicht so schnell kalt wie mir. Wir lehnten uns aneinander, drehten Zigaretten und warteten auf einen frischen Sonntag.
Einen Sonntag, von dem wir beide erst seit kurzem wussten, dass wir ihn nicht allein verbringen würden wie sonst. Denn auch wenn wir uns sonntags unter Menschen befunden hatten; unter Frühstückern, Freunden oder Familienmitgliedern: Ein bißchen allein hatten wir uns immer gefühlt.
Der erste Jogger kam um halb sieben. Er trug sehr kurze Shorts und hatte guten Grund dazu: Seine Beine waren so kräftig, die musste man einfach ausstellen. Das nahmen wir zum Zeichen, dem Tau nachzugeben: Wir waren längst durchgefroren. Als ich etwas später zuhause saß und Schwarzbrot kauend aus dem Fenster sah, dachte ich: Wie schön wäre das gewesen!
Friday, 29 April 2011
Sunday, 17 April 2011
Friday, 15 April 2011
All I Need Is In My Suitcase
Von zwei Freunden habe ich mir jeweils zwei Taschenpaare geliehen. Da passt aber so viel rein! Der Reisesommer hat begonnen. Vielleicht gibt das mit dem Brüsseler Platz doch nichts. Da war ich neulich, mit 1000 anderen und hab neue Freunde gesucht, aber keine gefunden.
Wir starten heute mit unseren Rädern auf eine kleine Tour durch den Niederrhein. Ahoi!
Wir starten heute mit unseren Rädern auf eine kleine Tour durch den Niederrhein. Ahoi!
Thursday, 14 April 2011
David Gregory Roberts - Shantaram (Quotations)
Here's a bunch of quotations from the novel Shantaram by Australian writer David Gregory Roberts. I enjoyed the book a great deal and can recommend it highly: It's got colour, big adventure, crime and deep, deep emotions.
"There was a ledge on the windowsill, and I began to place my keepsakes, trinkets and lucky charms there - a black stone, given to me by a child in New Zealand, a petrified snail shell one friend had found, and a bracelet of hawk's claws made by another. I was on the run. I had no money and no country. My bags were filled with things that friends had given me: a huge first-aid kit that they'd pooled their money to buy me, drawings, poems, shells, feathers. [...] Every object was significant; in my haunted exile, the windowsill had become my home, and the talismans were my nation."
(S. 17)
"But wisdom, in one sense, is the opposite of love. Love survives in us precisely, because it isn't wise."
(S. 25)
"I was tough, which is probably the saddest thing you can say about a man."
(S. 37)
"What we call cowardice is often just another name for being taken by surprise and courage is seldom any better than simply being well prepared."
(S. 70)
"Indian actors are the greatest in the world, because Indian people know how to shout with their eyes."
(S. 75)
"Now, sadly, there is all style and no attitude. It is the mark of an age in which we live that style becomes the attitude, instead of attitude becoming the style."
(S. 84)
"Optimism is the first cousin of love, and it's exactly like love in three ways: it's pushy, it has no real sense of humor, and it turns up where you least expect it."
(S. 90)
"I smoked in those days because, like everyone else in the world who smokes, I wanted to die at least as much as I wanted to live."
(S.371)
"And for almost all that long time, all the living things were water things, living inside the sea. Then, a few hundred million years ago, maybe a little more - just a little while really, in the big history of the Earth - the living things began to be living on the land, as well.'
[...] 'But in a way you can say that after leaving the sea, after all those millions of years of living inside of the sea, we took the ozean with us. When a woman makes a baby, she gives it water, inside her body, to grow in. That water inside her body is almost exactly the same as the water of the sea. It is salty, by just the same amount. She makes a little ocean, in her body. And not only this. Our blood and our sweating, they are both salty, almost exactly like the water from the sea is salty. We carry oceans inside of us, in our blood and our sweat. And we are crying the oceans, in our tears."
(S.373)
* * *
"There was a ledge on the windowsill, and I began to place my keepsakes, trinkets and lucky charms there - a black stone, given to me by a child in New Zealand, a petrified snail shell one friend had found, and a bracelet of hawk's claws made by another. I was on the run. I had no money and no country. My bags were filled with things that friends had given me: a huge first-aid kit that they'd pooled their money to buy me, drawings, poems, shells, feathers. [...] Every object was significant; in my haunted exile, the windowsill had become my home, and the talismans were my nation."
(S. 17)
"But wisdom, in one sense, is the opposite of love. Love survives in us precisely, because it isn't wise."
(S. 25)
"I was tough, which is probably the saddest thing you can say about a man."
(S. 37)
"What we call cowardice is often just another name for being taken by surprise and courage is seldom any better than simply being well prepared."
(S. 70)
"Indian actors are the greatest in the world, because Indian people know how to shout with their eyes."
(S. 75)
"Now, sadly, there is all style and no attitude. It is the mark of an age in which we live that style becomes the attitude, instead of attitude becoming the style."
(S. 84)
"Optimism is the first cousin of love, and it's exactly like love in three ways: it's pushy, it has no real sense of humor, and it turns up where you least expect it."
(S. 90)
"I smoked in those days because, like everyone else in the world who smokes, I wanted to die at least as much as I wanted to live."
(S.371)
"And for almost all that long time, all the living things were water things, living inside the sea. Then, a few hundred million years ago, maybe a little more - just a little while really, in the big history of the Earth - the living things began to be living on the land, as well.'
[...] 'But in a way you can say that after leaving the sea, after all those millions of years of living inside of the sea, we took the ozean with us. When a woman makes a baby, she gives it water, inside her body, to grow in. That water inside her body is almost exactly the same as the water of the sea. It is salty, by just the same amount. She makes a little ocean, in her body. And not only this. Our blood and our sweating, they are both salty, almost exactly like the water from the sea is salty. We carry oceans inside of us, in our blood and our sweat. And we are crying the oceans, in our tears."
(S.373)
Wednesday, 13 April 2011
Tuesday, 12 April 2011
Happy Terrible Void
Dieses Bild, leider käsig fotografiert, ist mein erstes mit Rahmen. So ein Rahmen kostet mit entspiegeltem Glas fast 400 Euro, falls das jemanden interessiert. Damit ist der Rahmen doppelt so teuer wie das Bild. Scheißegal.
Der Titel hat eine Weile gebraucht. Das Bild lag zwei Jahre in der Garage und hat drauf gewartet. Am Ende gab es nur noch drei Pinselstriche und fertig war's. Ist übrigens mit Kaminasche gemalt, und der Titel ist mir am Ende in den Kopf geplöppt. Was so in den Kopf plöppt, das darf bleiben.
For you: The Happy Terrible Void.
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