Monday, 12 September 2011

Offline

Unter anderem hier war ich in den letzten Tagen:

L'Estagnas, am GR.10, etwa 1150 Meter oberhalb von Meren-le-Vals.

Als ich meinen letzten Post vor der Wanderung durch einen winzigen Teil der Pyrenäen schreiben wollte, gab es keinen Netzzugang (Auswechslung der Kabel ein möglicher Grund).

Auch in den nächsten zwei Wochen wird es dünn: Mein Rechner wird sich am Mittwoch auf den Weg nach Deutschland machen. Ich folge per Rad und Bahn. Spätestens in der letzten Septemberwoche gibt's mehr Bilder von dieser kleinen, feinen Reise.

Tuesday, 6 September 2011

Kleben geblieben

Vor zirka drei Wochen fand ich bei Liz Rank Listeners "Wooden Heart".

Erst dachte ich: Näh, das kannste jetzt nicht auch bei dir posten - ist doch blöd, sowas.

Aber Scheiß drauf. Listener klabautert noch immer wie ein Welpen-Flummi durch die Windungen meines derzeit eher unaufgeräumten Gehirns.

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Sunday, 4 September 2011

Staatsbesuch

Beim ersten offiziellen Besuch in der Küche sah Aschenputtel zum ersten Mal ihr Spiegelbild in der stählernen Herdwand.
Laut gurrte sie vor Erleichterung, weil sie nicht aussah, wie diese Rotbrust-Krontaube.

Thursday, 1 September 2011

For Free?

How many good things are legally for free on the internet? Let's face it: Most of it is either theft or crap.

How good is Youtube really? I'm sure that most of you know the feeling one gets after cruising the tube with friends for two hours, looking for the next kick. Sort of empty, isn't it?

Now I found archive.org - and there I found 'Kansas City Confidential'. Great, pure suspense - legally for free. All you need is a player for the open-source .ogv-files. Enjoy!

And while I'm at it: For lovers of books: Check out Hector Malot's 'Nobody's Boy' at Project Gutenberg! Makes me wanna buy a Kindle.

Tuesday, 30 August 2011

Picture Of The Day #20

Art in Nature. This Tipi was made by Catherine Coole. Invites hikers to smoke a peace-cigarette before they walk on.

Sunday, 28 August 2011

Nach Süden

Ich hatte mich zurücksinken lassen. Die linke Hand als Kissen unter dem Kopf sah ich auf zum klaren Himmel. Wieder hielt der August sein Versprechen: Pünktlich zum letzten Wochenende fielen die Temperaturen, verschwand die sommerliche Trübung aus der Luft, wurden wir daran erinnert, dass kein Sommer ewig währt. Nichtmal einer in Südfrankreich.
Du hast neben mir gesessen; Knie angezogen, die Arme darum gebunden und das Kinn obendrauf, und du wolltest wie immer doppelt so viel rauchen wie ich, doppelt so viele Worte sagen und doppelt so schnell weiterziehen über den holprigen Pfad, auf dem wir die Anhöhe erklommen hatten.
 Aber die kühle Luft verschlug auch dir die Sprache. Eine ganze Zigarette lang sagtest du kein Wort. Ein Haarsträhne wehte dir um die Stirn wie eine losgerissene Stirnfalte, ein Faden Rauch hing dir für einen Moment an der Unterlippe, bevor der Wind ihn davontrug nach Süden. Nach Süden, wo jetzt noch Sommer ist; in Katalonien, in Andalusien, in Marokko - auf der anderen Seite des Meeres.

Saturday, 27 August 2011

Picture Of The Day #19

My new roommate - a little gecko. At night he eats the scales off the skin of my dreams. I hope he'll stay for a while.

Friday, 26 August 2011

Picture Of The Day #18

Besides her fondness for tobacco, Cinderella has come to love my coffee as well.

Thursday, 25 August 2011

One of the nicer examples for coincidence


Next month it'll be fourteen years, that I climbed up that ridge. It took the best part of the afternoon. My lower legs were full of bloody scratches. Southern plants are full of thorns. When I just reached the top, a friend - let's call him Mr. L. - came up on the opposite side of the small plateau. Together we sat on the edge sharing a walkman-plug in our ears each and watched the sunset.

Monday, 22 August 2011

Sexy Beast


Vorgestern striff ich Stanley Kubricks Eyes Wide Shut, ohne genauer zu sagen, an welche Bilder ich dachte. Vielleicht vermute ich, dass die von einem Filmgenie satt und golden in Szene gesetzte Sexorgie der Superreichen jedem im Gedächtnis geblieben sein muss, der den Film gesehen hat. Die Party steigt in einem Schloss, wie man es in England, nicht aber in den USA vermuten würde.

Ähnlich, aber bescheidener platziert Jonathan Glazer seine Version dieser Szene in eine Londoner Luxuswohnung. Zu sehen in Sexy Beast (2000), Glazers erstem Langfilm nach einer Serie populärer Werbespots und Musikvideos. Auch hier korpulieren alle wild durcheinander. Die Männer sind oft zähe alte Streifen und die Frauen - im Gegensatz zu Kubricks Darstellung - nicht ausschließlich jung und schön.

Prüde Kritiker bemängelten an diesem Werk die hundertfache Aussprache der Worte fuck und cunt. (Siehe Artikel vorgestern).
So wie der bereits besprochene Film 'Hanna' ist Sexy Beast besonders in der ersten Hälfte klar durchstilisiert. Die Wärme Spaniens kriecht uns durch Glazers graublaue Bilder tief unter die Haut. Ein einfacher Umstand wie der vom Hang in den Pool polternde Felsbrocken wird zum visuellen Fest. Als praktisch erweist sich dieser Unfall auch: In die Delle, die er in den Boden des Beckens reißt, wird kurzerhand das Mordopfer gepackt.

Sexy Beast erzählt von der Schwierigkeit, aus der eigenen Vergangenheit auszusteigen. Dabei liebt Gary Dove (Ray Winston) die Sonne, seinen Pool und den netten spanischen Jungen von nebenan. Zusammen mit einem befreundeten Pärchen genießen er und seine Frau den ruhigen Platz an der Sonne, bis Don Logan ihnen einen Besuch abstattet und mit seinem Jobangebot für Gary alles in Wanken bringt.

Ben Kingsley, für seine Rolle als Don Logan mit dem Nebenrollenoskar nominiert, spielt eines der hochkonzentriertesten Arschlöcher der Filmgeschichte. Im Original ist der Film kaum zu verstehen, so festgeschraubt flucht, rotzt, pisst und schimpft dieser Profigangster von links nach rechts durch das spanische Idyll.

Ein zweites Arschloch von erlesener Qualität bietet Ian McShane, vielen bekannt durch seine Rolle als Reportergeist in Woody Allens Scoop (2006). Nicht nur durch seine visuelle Dichte also unterscheidet sich Sexy Beast vom Gros der Filme. Gute Schurken sind selten. Dabei zahlen sie in Krimis, Actionfilmen und Thrillern die halbe Miete.

Saturday, 20 August 2011

Diät #2

Die Zeit liest man auch in Südfrankreich. Charlotte Roche unterhält sich im Magazin mit Jana Hensel über Sex. Singels sollen bumsen, wen sie finden können.

Feuchtgebiete (2008) übrigens: Wenn Bücher oder Filme explizit sexuelle Inhalte haben, ist die Mehrheit der geäußerten Meinungen nicht in der Lage, über Titten und Körperflüssigkeiten hinweg auf sonst gebräuchliche Qualitätsparameter zu blicken. Eine Standardmeinung zu Stanley Kubricks Eyes Wide Shut (1999) war in den ersten Monaten nach Erscheinung: "Der hat wohl seine sexuellen Phantasien ausleben wollen." Wesentlich, aber sowas von wesentlich wahrscheinlicher gibt diese Aussage einen Einblick in die Phantasien jener, die sie kundtaten. Eine Machtparabel läßt sich ohne Sex nicht erzählen. Jedenfalls nicht von jemandem, der sichtbar machen will.

Feuchtgebiete ist über alle den Körperkram hinweg ein präzise geschriebenes Buch, von dessen sprachlicher Schlichtheit sich so manche ein Scheibchen abschneiden könnten. Auch wenn 'Kacke-Schwitze' kein schönes Wort ist: Charlotte Roche erfindet einge sehr bunte und lustige.

Jetzt aber zurück zum Thema: Charlotte Roche war magersüchtig, hat sich heilen lassen und spricht darüber so offen, wie man es von ihr gewohnt ist. Folgende Worte las ich, kurz nachdem ich den letzten Artikel geschrieben hatte:

Ich glaube, dass Bilder uns krank machen. Wir sind ständig mit retuschierten Fotos von Frauenkörpern konfrontiert, irgendwann glauben wir, wir müssten so aussehen. Das hat mich krank gemacht. Aber wenn man sich von diesen Bildern fernhält, wird man wieder gesund!

Das passt nicht nur lose zum vorgestrigen Artikel, sondern auch zu meinem Leben hier. Ich sehe kaum Bilder - und ich sehe auch mich selbst kaum. Im Bad gibt es keinen Spiegel. Mein Bart sprießt, wohin er will.
Außerdem fällt mir auf, wie oft man sich in der Stadt gespieglt sieht: In jeder zweiten Glasfassade nämlich. Dem nicht mehr ausgesetzt zu sein, versorgt mich mit einem beträchtlichen Maß an frischer Energie.